gigaNT im Gastvortrag mit Univ.Prof. Maurer

Im Rahmen der alljährlichen Abfallberater-Schulungen der Öko-Box ist es gigaNT gelungen, den renommierten o. Univ.Prof. Dr.Dr.hc Hermann Maurer für einen Gastvortrag zu gewinnen.

maurer

Unter dem Thema „Problem Zukunft: Prognosen sind notwendig – aber nicht machbar!“ – wird Hermann Maurer (Institut für Computersysteme und Computer Medien an der Technischen Universität Graz) im Rahmen der Schulungen wieder ein Feuerwerk an Thesen, Antithesen und teils unbequemen Wahrheiten abbrennen.

Maurer promovierte 1965 bei Edmund Hlawka zum Thema „Rationale Approximationen Irrationaler Zahlen“. Seit 1978 ist er ordentlicher Professor an der Technischen Universität Graz. Maurer hat wichtige Beiträge zur Entwicklung des Bildschirmtextes geleistet und ist einer breiten Öffentlichkeit als (Mit-)Erfinder des österreichischen Bildschirmtextterminals MUPID bekannt. Dieses in den 1980er-Jahren in der Steiermark entwickelte Gerät gilt als richtungsweisende Vorstufe für europäische Internet-Technologie. Zahlreiche von Maurers ehemaligen Studenten und Anhängern in der österreichischen Bildschirmtextbewegung nahmen in späteren Jahrzehnten namhafte Stellungen in der österreichischen Informatik- und Telekommunikationswirtschaft sowie in der öffentlichen Verwaltung ein.

Maurers Forschungen auf dem Gebiet des Wissensmanagements haben unter anderem zur Gründung der Firma Hyperwave geführt. Dort war er bis zum Konkurs im Jahre 2005 Vorsitzender des Aufsichtsrates. Seit 2006 ist er stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der NewHyperG AG.

Insgesamt sind unter seiner Mitwirkung rund 30 Firmen und Organisationen gegründet worden.

In seinen neueren Publikationen beschäftigt er sich unter anderem mit der Zukunft des Computers und begründet, dass zukünftige Computeranwendungen mit heutigem Verständnis kaum ausreichend beschrieben werden können. Zur Erklärung zukünftiger Anwendungen verwendet er daher Metaphern wie Telepathie oder Teleportation.

In seinen Vorträgen weist er auch auf die Risiken der Informationstechnologie hin, zB die Anfälligkeit der Datennetze für terroristische Angriffe. Auch die Verbindung von Stromversorgungsnetzen und Computernetzen sieht er in diesem Zusammenhang als sehr problematisch an. Als Lösung sieht er die Abkehr vom Von-Neumann-Prinzip der Gleichbehandlung von Programmen und Daten und die Verlagerung des Betriebssystems in die Hardware – etwa auf Nur-Lese-Chipspeicher – um sie gegen den Angriff von Viren zu schützen.

Maurer sieht auch die gesellschaftlichen Risiken der Globalisierung für den Arbeitsmarkt, die Landwirtschaft und durch den Terrorismus, den er im Wesentlichen aus der sozialen Ungleichheit gespeist sieht. Er schlägt maßvolle Steuern zum Schutz der regionalen Landwirtschaften vor und plädiert energisch dafür, mehr für das soziale und ökologische Aufholen der weniger entwickelten Länder zu tun.

 

 

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