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Spielberg – Sind wir wieder mit im Spiel?



Gleich vorweg, trotz aller kritischen Töne: Wir sind froh, dass wir ihn (wieder) zurück haben. – Den Ring vor der Haustüre.

Mit einem Gewaltakt und dem Motorrad-Herzen am rechten Fleck stampfte Andy Meklau – seines Zeichens Rennleiter des neu/alt errichteten Red-Bull-Rings – innerhalb von nur 8 Vorlauftagen ein "Pre-Opening" für die Motorrad-Rennsport-Community aus dem Boden. Andy ruft und fast 200 Cracks stehen mit ihren Renneisen parat, um den Ring zweirädrig einzuweihen.

freirad.com war dabei und berichtet, was da alles Gutes entstand und wo noch jede Menge Handlungsbedarf besteht.

Aber der Reihe nach: Zunächst ist natürlich jeder bemüht, dem Ring ein positives Mascherl umzuhängen. Und das ist auch gut so. Aber dennoch darf man die ganze Historie nicht gänzlich aus den Augen verlieren und auch das viele Geld nicht. Und zur Historie zählen wir nicht nur die glanzvollen Formel 1-Zeiten, sondern auch jene Zeiten, wo man alles Mögliche unternahm, um noch ein bisschen internationale Formel 1-Luft schnuppern zu dürfen. Zur Historie zählt aber auch politische Fehleinschätzung, das vorschnelle Abreißen des "alten" Rings, wodurch die Betriebsgenehmigung erlosch. Und zur Historie zählt auch, dass das Land Steiermark eine Ausfallshaftung übernommen hat, falls "das mit dem Ring" merkantil doch nicht so funktioniert, wie wir uns das alle erhoffen...



Also, im Regelfall klopft ein gesundes Herz in einem gesunden Körper. Im Bezug auf den Red-Bull-Ring klopfen aber schon jetzt hunderte. Denn wenn bei einem nicht angekündigten Renntag, VOR der offiziellen Eröffnung, einige Hundert Zuseher an die Rennstrecke pilgern, um (fast) völlig unbekannte Rennfahrer zu beobachten, die ihre Runden ziehen, dann können einem schon ein bisschen die Augen feucht werden, besonders wenn zur Siegerehrung die Österreichische Bundeshymne erklingt und die Kappen von den grauperten Häuptern gezogen werden. Und man könnte das auch – wenn man so will - als "Danke" einer ganzen Region an einen einzigen Menschen verstehen.

Aber man könnte das auch – wenn man es anders will – als einen Auftrag an die Betreiber verstehen, die noch jede Menge zu tun haben, wobei das sogar noch untertrieben ist.


Race-Control

Zunächst läuft man Gefahr, das Ganze zu Tode zu administrieren, was so lange kein Problem ist, wenn alle wissen, was zu tun ist, Profis am Werk sind, die Technik funktioniert und Wege kurz gehalten werden.



Fakt ist natürlich, dass die langen Anreisezeiten für die heimischen Motorsportcracks wegfallen. Das ist definitiv ein Plus für den Ring. Auch die Umgebung und die teilweise schon vorhandenen, teilweise noch im Aufbau begriffenen Animationen rundum. – In dem Zusammenhang muss man aber auch ganz klar feststellen, dass in diesem Surrounding eine bedeutende Aufgabe zum Gelingen innewohnt. – Ich denke nämlich, dass  Hobbyracer relativ rasch am persönlichen Limit sind. Vollgas-Zangel-Vollgas-Zangel ist sicher mal lustig zu erleben, aber eine "echte Lebensaufgabe" (wie zum Beispiel Brünn oder auch der Pannoniaring) stellt der Red-Bull-Ring für den (Hobby-)Rennfahrer sicher nicht dar.



Eine erste "schnelle" (inoffizielle) Richtzeit legte Andy Meklau bei seinem ersten Rollout am Vortag der Veranstaltung mit 1:35 hin. Mike Wohner (der Gewinner des ersten Superbike-Rennens des Veranstaltungstages) schlug – top motiviert – nach einem verhauten Start mit 1:35:345 in dieselbe Kerbe und lässt die meisten Hobbyracer (so auch mich ;-) damit alt aussehen. (Beim letzten WorldSBK-Rennen wurden im Vergleich Zeiten um die 1:30 gefahren. – Also gibt es da noch Luft zur Verbesserung ;-)

Fazit: Als Hobbyrennläufer ist man mit dem Ring "bald" fertig und eigentlich kommt man schon nach ein paar Runden am persönlichen Limit an.




Das Surrounding ist (bei Schönwetter) atemberaubend. Ebenso die Einbettung des Rings in das Habitat, die Architektur der neuen Bauwerke und das, was da noch in Aussicht gestellt wird, in den nächsten Monaten fertig zu werden.



Aber Freunde, ganz ehrlich: Das ist alles NICHTS im Vergleich zum Blick in die Augen der Menschen der Region, die ihren 10. April 2011, Sonntag Nachmittag, bei wolkenlosem Strahlehimmel am Ring verbrachten, um einigen Verrückten beim Motorradfahren zuzusehen. Denn in diesen Augen sieht man Freude, Stolz, Hoffnung und Danke. - Und allein dafür hat sich alles gelohnt. Sogar mal das Kappl zu lüpfen, wenn man die Hymne hört.


... und dem lieben, kleinen Herrn Desmo hat's auch gefallen.


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comments

Eine Anregung ans RB-Ring-Team: Veröffentlicht am 12.04.2011 um 17:26:10
Bitte sorgt künftig dafür (durch große Tafeln an den Boxentüren und ev. sogar Tondurchsagen), dass die Besucher nicht dauernd ungefragt durch die Boxen marschieren, an den Mopetten rumfummeln und sogar ihre Kinder teilweise draufsetzen! Das hat wirklich viele Rennfahrer aufgeregt, sie mussten ihre Tore teilweise (auf Parkplatzseite) sogar dauerhaft versperren.
Man zahlt eine nicht unbeträchtliche Summe an Boxenmiete und dafür will man ungestört sein. Die Leute können ja von der Boxengasse aus fragen, ob sie schauen dürfen.
Ganz abgesehen davon, dass Motorradteile, Wertgegenstände etc. "Füße bekommen" könnten.
Danke!
Adrenalin Veröffentlicht am 14.04.2011 um 10:14:22
Wie ist der Grip?
Veröffentlicht am 19.04.2011 um 08:02:46
Grip passt.

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